Im Rahmen „Kunst in der Stadt“ in Haiger findet am Sonntag, 06 Nov 2016 um 18 Uhr ein Konzert mit
Raritäten aus dem Werk von Heinrich Schütz
Heinrich Schütz ist der alles überragende Kompoinist des 17. Jahrhunderts in Deutschland. Da er zweimal im Abstand von 20 Jahren für einige Jahre in Venedig lebte, um die damals hochmoderne Musik von Giovanni Gabrieli und später Claudio Monteverdi, beide am Markusdom tätig, zu erleben und erlernen, konnte er zurückgekehrt nach Deutschland diese venezianischen Einflüsse umsetzen und weitergeben. Schütz war während des ganzen 30-jährigen Krieges Hofkapellmeister in Dresden, war aber zudem in Mitteleuropa der wichtigste Lehrmeister. Als Hofkapellmeister komponierte er Musik für alle höfischen Anlässe, dazu Opern und auch Kirchenmusik. Da die Musik für einmalige Zwecke und die Opern letzlich Gebrauchsmusik waren, wurde sie nicht gedruckt und ist aus verschiedenen Gründen nicht erhalten. Schütz komponierte zwar die ersten deutschen Opern, aber wir besitzen nur die Texte. So ist fast ausschließlich seine Musik für die Kirche gedruckt, verbreitet und erhalten. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts entstand der Mythos vom großen Kirchenmusiker – was er aber nie war. Dennoch ist seine geistliche Musik voller herrlicher Einfälle und Klänge. In mancher Hinsicht ist es italienische Musik mit deutschen oder lateinischen Texten. Noch heute fristen ganze Bände seiner Gesamtausgabe ein kümmerliches Dasein in Bibliotheken.
Das Programm zum 6. November in Haiger enthält Soli, Duette, Terzette und Quartette aus den „Kleinen geistlichen Konzerten“ und den „Cantiones sacrae“. Es wird ergänzt durch Orgelmusik seiner Zeitgenossen Frescobaldi und Froberger.
Die Solisten sind:
Barbara Kordes-Kögel – Sopran
Christa Löffler – Alt
Bernhard Klement – Tenor
Andreas Stiel – Bass
Leitung und Orgel: Wolfgang Schult
Karten: 12,- € / VVK10,- € (Rathaus Foyer)